Martin − Luther − Gemeinde
Berlin - Lichterfelde
Archiv der Nachrichten, Meldungen und Artikel des Jahres 2008
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Obgleich das Wetter nicht so recht mitspielte, feierten wir am 13. Juli unser traditionelles Gemeindefest. Für Essen und Trinken, Spiel und Spaß war gesorgt, so dass sich alle Besucher bis zum Abend wohl fühlen konnten. Allen, die mitgeholfen haben, herzlichen Dank! Bilder vom diesjährigen Gemeindefest erscheinen demnächst in unserer Bildergalerie.
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Im August und September waren Handwerker an vielen Stellen unserer Gebäude unterwegs. Dächer und Keller wurden mit dicken Platten warm eingepackt, um Energiekosten zu sparen. Zurzeit werden noch die Heizungsrohre neu gedämmt. Möglich waren diese Bauarbeiten durch zahlreiche Spenden und durch Zuschüsse des Kirchenkreises. Wir hoffen, dass wir bald auch das Kirchendach mit einer neuen, effizienteren Dämmung versehen können.
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Vor mehr als fünf Jahren hat die Martin-Luther-Gemeinde Frau Heike Poser beauftragt, das Gemeindebüro, die Küsterei, zu führen. Frau Poser hatte durch ihre lange Erfahrung als Bankkauffrau schnell die bürokratischen Abläufe im Griff, ihr Wirken war eine große Erleichterung und Hilfe.
Als Gesprächpartnerin für alle, die in die Küsterei kamen, hat sie vielen Menschen das Gemeindeleben näher gebracht. Sie hat tatkräftig viele Initiativen zum Nutzen der Gemeinde ergriffen und betreut. Neben den menschlichen Kontakten und der Sorge um die kirchlichen Finanzen lagen ihr auch die kleinen Dinge am Herzen, die das Miteinander in der Gemeinde angenehm machen, nicht nur die Anlage und liebevolle Pflege der Blumenbeete vor der Küsterei.
Nun hat sie aus persönlichen Gründen ihre Tätigkeit beendet. Der Küstereidienst muss natürlich weiter geleistet werden. Bei der Umorganisation soll die Martin-Luther-Gemeinde nun von der Zusammenlegung der Küstereidienste in der Region Steglitz profitieren, und wir sind zuversichtlich, dass dies funktionieren wird.
Wir freuen uns, dass Frau Poser unsere Gemeinde – etwa bei Basaren und Gemeindefesten – weiter unterstützen und aktiv am Gemeindeleben teilnehmen wird.
Danke.
Karola Frickel, Pfarrer Jörg Zabka, Klaus J. Henning für den Gemeindekirchenrat
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Pro Reli ist eine Initiative engagierter Berlinerinnen und Berliner. Die Initiative setzt sich dafür ein, dass der Religionsunterricht ein ordentliches Lehrfach an den Berliner Schulen wird und Schüler zwischen gleichberechtigten Fächern in Verantwortung des Staates – Religionsunterricht jedoch nach den Grundsätzen der Religionsgemeinschaften – wählen können.
Dafür initiiert Pro Reli ein Volksbegehren. Für den Antrag zum Volksbegehren konnten 34.372 gültige Unterschriften gesammelt werden. Das sind über 14.000 Unterschriften mehr als erforderlich. Das Berliner Abgeordnetenhaus hatte dann vier Monate Zeit, sich für oder gegen das Anliegen auszusprechen. Die Abgeordneten haben sich dem Anliegen jedoch nicht angeschlossen, sodass Pro Reli nun rund 170.000 Unterschriften sammeln muss, damit das Volksbegehren gelingt. Die Sammlung der Unterschriften hat am 22. September begonnen.
Helfen Sie durch Ihre Unterschrift, das dringende Anliegen der Berliner Kirchen zu unterstützen!
Achtung, auch wer schon für den Antrag unterschrieben hatte, muß für das Volksbegehren erneut unterschreiben.
Religiöse Kompetenz ist wichtig, wenn Menschen verschiedener Religionen und Weltanschauungen zusammenleben. Man muss die Sprache einer Religion gelernt haben, um auch andere Religionen zu verstehen. Nur so entsteht wirkliche Toleranz. In einer Fächergruppe könnten Eltern, Kinder und Jugendliche wählen, ob sie am evangelischen oder katholischen Religionsunterricht teilnehmen, jüdischen oder islamischen Unterricht besuchen oder sich für den staatlichen Ethikunterricht entscheiden. Im Unterricht sollen die Schülerinnen und Schüler in allen diesen Fächern zusammenarbeiten, um sich für einander zu öffnen und über Überzeugungen ins Gespräch zu kommen.
In der Martin-Luther-Gemeinde haben Sie die Gelegenheit, Ihre Zustimmung und Unterschrift in der Küsterei oder bei allen Gemeindeveranstaltungen abzugeben. Eine Unterschriftenliste liegt z.B. auch dem Gemeindebrief bei.
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Am Sonntag, dem 7. 9. 2008, fand das Abschiedsfest für unsere Eltern-Kind-Gruppe, den ehemaligen Miniclub, statt. Alle Kinder und Eltern der vergangenen 20 Jahrgänge waren dazu angeschrieben worden. Etwa 100 Menschen unterschiedlichsten Alters folgten der Einladung. In einem fröhlichen Familiengottesdienst, in dem Pfarrer Zabka auch die Schulanfänger segnete und 2 Kinder taufte, wurde ich als langjährige Leiterin unserer Kindertageseinrichtung geehrt und feierlich verabschiedet. Auch Frau Kräutlein, die den Miniclub vor mir 6 Jahre geleitet hat, war gekommen.
Ich selbst arbeite derzeit als Erzieherin im Hort der Markusgemeinde, fühle mich aber der Martin-Luther-Gemeinde, die mir in den vergangenen 27 Jahren ans Herz gewachsen ist, weiterhin eng verbunden.
Allen, die in irgendeiner Weise zum Gelingen des wunderschönen Abschiedsfestes beigetragen haben, sage ich auf diesem Wege ganz herzlichen Dank!
Angelika Neuling
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Neuer Konfirmandenjahrgang startet
Nach den Herbstferien startet am 8. November 2008 in der Martin-Luther-Gemeinde ein neuer Konfirmandenjahrgang. Ihr, die neuen Konfirmandinnen und Konfirmanden, und ich, Pfarrer Jörg Zabka, werden uns ein Jahr lang einmal in der Woche im Clubraum der Gemeinde zum Konfirmandenunterricht treffen. Zusammen reden wir tatsächlich über „Gott und die Welt“, über Erfahrungen mit dem Glauben an Gott, wir lernen die Gemeinde kennen, lesen in der Bibel und unternehmen gemeinsame Aktivitäten wie den Konfirmandenausflug. Das Fest der Konfirmation findet dann im Frühjahr 2010 statt.
Anmeldungen nimmt die Küsterei ab sofort gerne entgegen, ob persönlich oder telefonisch (Telefonnummer Küsterei: (030) 832 30 77 ).
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Der neue „Steglitzer Kinderchor“
Jeden Donnerstag, nach den Schulferien – 16.00 Uhr
Die sechs evangelischen Gemeinden in Steglitz bieten mit dem Beginn des neuen Schuljahrs gemeinsam erstmals fröhliches Chorsingen für Kinder im Grundschulalter an.
In den teilnehmenden Gemeinden werden Gruppen in unterschiedlichen Altersstufen gegründet. Die Gruppen für die Kleinen (5-6 Jahre) sollen möglichst in Wohnortnähe stattfinden, alle Älteren treffen sich an einem zentralen Probenort. Die Koordination und die Leitung des Chores hat Birgit Blesse, die Kirchenmusikerin der Patmos-Gemeinde.
In unserer Gemeinde trifft sich die Gruppe der Kinder der 1. und 2. Klasse
jeden Donnerstag um 16.00 Uhr im Saal.
Nach den Sommerferien liegen genaue Informationen in einem Faltblatt bereit.
Wenn Sie Interesse haben, können Sie jetzt schon Ihr Kind anmelden! Anmeldung bitte in der Küsterei oder direkt bei Frau Blesse, Telefon 77392819.
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Familiencafé ab September wöchentlich
Ab den Sommerferien findet das Familiencafé
jede Woche
dienstags von 15.30 – 18.00 Uhr statt.
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Goldene Konfirmation 2008
Sonntag, 28. September 2008 – 11.00 Uhr
Mit allen Gemeindegliedern und ehemaligen Konfirmandinnen und Konfirmanden, die im Jahr 1958 konfirmiert worden sind, feiern wir im Gottesdienst die Goldene Konfirmation.
Wenn Sie daran gerne teilnehmen wollen und noch keine Einladung erhalten haben, wenden Sie sich doch bitte an die Küsterei!
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Über 40 Jahre ...
gehen zu Ende. Dieses, in seiner Zeit erfolgreiche und sinnvolle Betreuungsmodell für Kinder im Alter von 2 Jahren bis zum Vorschul- bzw. Schulalter, hat leider nicht mehr genügend Nachwuchs.
Das Modell "Miniclub", in den 60er Jahren gegründet, weil Eltern eine stundenweise Betreuung ihrer Kinder am Tag für pädagogisch sinnvoll empfunden haben, damit diese unter liebevoller Betreuung einer Erzieherin immer in Zusammenarbeit mit einem Elternteil soziale Erfahrungen machen konnten, entspricht heute offenbar nicht mehr den Bedürfnissen und Wünschen der Eltern. Heute suchen Eltern in der Regel die Möglichkeit, ihre Kinder ganztags betreuen zu lassen und haben auch meist nicht mehr die Möglichkeit, sich bei der vormittäglichen Betreuung mit einzubringen. Mit vielen guten Erinnerungen denken die ehemaligen Miniclubkinder, heute oft selbst Eltern, an ihre Vormittage im Miniclub zurück, die geprägt waren von fröhlichem, fantasievollem Spiel drinnen und draußen, gemeinsamem Frühstück, Singen, Malen, Basteln, Turnen, Ausflügen, Fasching feiern, aber besonders von der liebevollen, umsichtigen Art der Erzieherinnen.
Im Miniclubgarten |
Wir knüpfen ein Netz (2004) |
Im Jahr 1969 hat Frau Anneliese Schemionek - unterstützt von Frau Dress und Frau Gandow - den Miniclub mit aus der Taufe gehoben. Bescheiden war das Domizil der ca. 10 Kinder, untergebracht in 2 kleinen Räumen. Aber zum Glück gab es ja noch den Garten, der weidlich genutzt wurde und auf dessen Schaukel man "bis zum Mond fliegen" konnte. Als Frau Schemionek 1984 in Rente ging, übernahm Frau Kräutlein die Leitung des Miniclubs bis zum Jahr 1989. Sie wurde abgelöst von Frau Angelika Neuling. In die Zeit ihrer Leitung fällt zum einen die Erweiterung der Räumlichkeiten des Miniclubs, ein dritter Raum kam dazu. Zudem wurde die bisher unter rein kirchlicher Leitung stehende Einrichtung in eine vom Senat des Landes Berlin geförderte Eltern-Kind-Gruppe umgewandelt. D.h. der Senat gab einerseits Finanzmittel für die Arbeit. Damit wurde die Eltern-Kind-Gruppe Teil der Betreuungsangebote im Rahmen der öffentlichen Kindertagesstätten. Andererseits hatte die Gemeinde nun aber auch Auflagen betreffend der Betreuungszeiten, aber auch baulicher Voraussetzungen zu erfüllen. In diese Zeit fiel der Umbau bei den Damentoiletten. Ein Kinderklo musste her.
Während Kinder in den ersten dreißig Jahren oft erst auf der Warteliste standen, bis sie den ersehnten Platz in der Gruppe bekamen, wurde in den letzten Jahren die vom Senat mit 13 Kindern festgesetzte Gruppengröße häufig nicht erreicht und ist nun leider so schmerzhaft geschrumpft, dass der Gemeindekirchenrat keinen anderen Ausweg mehr hatte, als zum Sommer hin die Eltern-Kind-Gruppe - den Miniclub - zu schließen.
Erntedankfest 1978 mit Frau Schemionek |
Ausflug mit Frau Neuling (1997) |
Der Verlust dieses wichtigen Teils unserer Gemeindearbeit ist schmerzlich und wird für uns alle spürbar eine große Lücke hinterlassen. Es wird ein wichtiger Teil, die christlich orientierte Erziehung der Kinder, fehlen.
Uns allen sind die kleinen Auftritte der Jüngsten in Familiengottesdiensten und bei vielen anderen Gelegenheiten im Gedächtnis.
Martinsfest |
Frau Neuling, die in der Gemeinde nicht nur bei der Kinderarbeit, sondern auch sonst unschätzbare Dienste geleistet hat, wird die Möglichkeit bekommen, in einer der Kindertagesstätten bzw. Horte des Kirchenkreises Steglitz weiter zu arbeiten. Wir wünschen ihr für die Zukunft Gottes Segen.
Luise Mohn
Ein großes Ehemaligen-Abschiedsfest, zu dem alle ehemaligen Kinder, Eltern und Beteiligte eingeladen waren, fand am Sonntag, den 7. September 2008 statt.
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Martin-Luther-Gemeinde wächst gegen den Trend
Der Taufstein ist in unserer Kirche ein recht häufig benutzter sakraler Gegenstand. Während die Evangelische Kirche in Steglitz im Jahr 2007 etwa 2% Mitglieder verlor, konnten wir durch Wiedereintritte und Neueintritte sogar leicht zulegen.
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Ende Mai war eine Gruppe aus der Matthäus- und der Martin-Luther-Gemeinde zur Familienfreizeit in Teupitz. Bei strahlendem Sonnenschein haben wir uns mit Singen und Spielen vergnügt, konnten die Ruhe und die Gemeinschaft genießen. Von den vielen Tieren auf dem Gelände waren die Meerschweinchen und die Affen bei den Kindern besonders beliebt. Die Kinder beschäftigten sich in der Obhut liebevoller Teamer mit der Geschichte vom Auszug aus Ägypten. Die Erwachsenen fanden Zeit, miteinander in der Bibel zu lesen und über den Text zu diskutieren.
Es war ein schönes Wochenende. Schade, dass so viele Plätze frei geblieben sind!
Die Bilder können in der Bildergalerie betrachtet werden.
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Bürger-Initiative Pro Reli für den Religionsunterricht
Glaube versetzt Berge – Die Evangelische Kirche unterstützt die Initiative Pro Reli
Warum Religionsunterricht?
In Berlin wird schon seit Jahren leidenschaftlich über den Religionsunterricht gestritten. Religion habe an den Schulen nichts zu suchen, sagen die einen, Religionsunterricht gäbe es weiterhin, beschwichtigen die anderen. Auch an Berliner Schulen darf der Staat nicht für sich beanspruchen, allein darüber zu bestimmen, was unserem Leben Halt und Orientierung gibt.
Schülerinnen und Schüler und deren Eltern nehmen das vom Grundgesetz geschützte Recht der positiven Religionsausübung in Anspruch, wenn sie sich oder ihre Kinder zum Religionsunterricht anmelden. Auch wer nicht kirchlich gebunden ist, erhält so in der Schule eine solide und sachkundige Einführung in den christlichen Glauben im Vergleich zu anderen Religionen. Der evangelische Religionsunterricht leistet einen Beitrag zu Toleranz und wechselseitigem Verstehen.
Ein Lernziel im Religionsunterricht: die Frage nach Gott zu stellen
Die Frage nach religiöser Orientierung ist für Schülerinnen und Schüler wichtig. Junge Menschen verstehen unsere Kultur und unsere Gesellschaft nicht, wenn sie deren christliche Wurzeln nicht kennen. Sie können das Fremde nicht verstehen, wenn sie das Eigene nicht kennen. Die Schülerinnen und Schüler sollen lernen, die Frage nach Gott kritisch zu reflektieren und urteilsfähig zu werden. Sie lernen damit auch, die religiöse Überzeugungen ihrer jüdischen und muslimischen Mitschüler/innen und Mitbürger/innen zu respektieren.
Gleiche Chance für den Religionsunterricht
Berlin hat im Schuljahr 2006/07 das staatliche Pflichtfach Ethik in den 7. bis 10. Klassen eingeführt; mit den 7. Klassen wurde begonnen.
Seit der Einführung des Ethikunterrichts 2006/07 als Pflichtfach ist die Teilnahme am Religionsunterricht in den 7. Klassen im Vergleich zum vorangegangenen Schuljahr um 22,4 Prozent gesunken. Bis dahin jedoch waren die Teilnehmerzahlen steigend. Im Schuljahr 2007/08 wurde an zahlreichen Schulen eine Kooperation zwischen Ethik- und Religionsunterricht vereinbart. Deshalb besuchten dann in den 7. und 8. Klassen wieder mehr Jugendliche den Religionsunterricht. Der Rückgang betrug dennoch 12,8 Prozent.
Evangelische Kirche ist für Wahlfreiheit
Religiöse Kompetenz ist wichtig, wenn Menschen verschiedener Religionen und Weltanschauungen zusammenleben. Man muss die Sprache einer Religion gelernt haben, um auch andere Religionen zu verstehen. Nur so entsteht wirkliche Toleranz. In einer Fächergruppe könnten Eltern, Kinder und Jugendliche wählen, ob sie am evangelischen oder katholischen Religionsunterricht teilnehmen, jüdischen oder islamischen Unterricht besuchen oder sich für den staatlichen Ethikunterricht entscheiden. Im Unterricht sollen die Schülerinnen und Schüler in allen diesen Fächern zusammenarbeiten, um sich füreinander zu öffnen und über Überzeugungen ins Gespräch zu kommen.
Berliner sind für Wahlfreiheit
Die Berlinerinnen und Berliner stehen nicht hinter der Religionspolitik des Berliner Senates. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Forsa vom Januar 2008 hat sich die Mehrheit der Befragten, 55 Prozent, für eine Wahlfreiheit zwischen den Unterrichtsfächern Religion und Ethik ausgesprochen. Das Ergebnis unter Berliner Schülern ist noch eindeutiger: 72 Prozent wollen die Wahl haben.
Pro Reli - wer ist das, was wollen sie?
Pro Reli ist eine Initiative engagierter Berlinerinnen und Berliner. Die Initiative setzt sich dafür ein, dass der Religionsunterricht ein ordentliches Lehrfach an den Berliner Schulen wird und Schüler zwischen gleichberechtigten Fächern in Verantwortung des Staates - Religionsunterricht jedoch nach den Grundsätzen der Religionsgemeinschaften - wählen können. Dafür initiierte Pro Reli ein Volksbegehren. Für den Antrag zum Volksbegehren konnten 34.472 gültige Unterschriften gesammelt werden. Das sind über 14.000 Unterschriften mehr als erforderlich. Das Berliner Abgeordnetenhaus hatte dann vier Monate Zeit, sich für oder gegen das Anliegen auszusprechen. Die Abgeordneten haben sich dem Anliegen jedoch nicht angeschlossen, so dass Pro Reli nun rund 170.000 Unterschriften sammeln muss, damit das Volksbegehren gelingt. Die Sammlung der Unterschriften wird nach den Berliner Sommerferien im September beginnen.
Volksbegehren - Volksentscheid
Wenn ab September 2008 in weiteren rund vier Monaten mindestens 170.000 gültige Unterschriften gesammelt werden können, ist das Volksbegehren erfolgreich. Bleibt dann die Mehrheit des Abgeordnetenhauses dennoch bei seiner Ablehnung, haben die Berlinerinnen und Berliner die Möglichkeit, in einem Volksentscheid für oder gegen die Einführung eines Wahlpflichtbereiches Ethik/Religion abzustimmen. Diese Entscheidung ist dann verbindlich. Der Termin des Volksentscheids wird aller Voraussicht nach mit der Wahl zum Europäischen Parlament im Juni 2009 zusammenfallen.
Würde dann auch islamischer Religionsunterricht eingeführt?
Für die muslimischen Schülerinnen und Schüler ist die derzeitige Berliner Regelung die schlechteste Variante: nur in Grundschulen wird ein Unterricht der Islamischen Föderation angeboten, ohne klar geregelte Qualitätsstandards und ohne Abstimmung der Lehrpläne mit der Schulaufsicht. Daraus haben Berliner Politiker den Schluss gezogen, ein für alle verpflichtender Ethikunterricht wäre die Lösung. Dabei könnte ein islamischer Religionsunterricht, der mit anderen Fächern vergleichbar wäre, die Entwicklung eines Islam fördern, in dem ebenso kritisch mit der Geschichte des Islam und seiner Verbindung zum Staat umgegangen wird, wie es in den christlichen Kirchen üblich ist. Dies könnte zum Zusammenleben in unserer Stadt beitragen. Erst ein Wahlpflichtbereich Ethik/Religion schafft die Voraussetzungen dafür, dass islamischer Religionsunterricht- wie bereits in anderen Bundesländern - als ordentliches Unterrichtsfach eingeführt werden kann.

Mitmachen!
Das Volksbegehren ist erfolgreich, wenn 170.000 wahlberechtigte Berlinerinnen und Berliner ihre Unterschrift für das Anliegen von Pro Reli geben. Die Unterschriften können auf der Straße, bei Gemeindefesten oder anderen Veranstaltungen gesammelt werden
Alle, die das Anliegen eines Wahlpflichtbereiches Ethik/Religion unterstützen wollen, sind aufgerufen, sich an Pro Reli oder ihre Kirchengemeinde zu wenden. Dies kann durch eine Unterschrift, tatkräftige Unterstützung oder eine Spende geschehen. Die Mehrzahl der evangelischen und katholischen Kirchengemeinden Berlins hat einen "Pro Reli-Beauftragten" ernannt, der in der Gemeinde Informationen weiter gibt und Aktivitäten koordiniert.
Ansprechpartner:
Der Pro-Reli-Beauftragte bei uns in Martin Luther ist: Hans Große <hans_grosse@web.de>
Pro Reli e.V.
Tölzer Straße 25, 14199 Berlin
Tel.: 030 / 60 40 50 00, Fax: 030 / 60 40 50 01
E-Mail: info@pro-reli.de
Den aktuellen Stand des Volksbegehrens, Werbematerialien,
Unterschriftenlisten (ab September) u.a. finden Sie unter: www.pro-reli.de
Spendenkontonummer:
Pro Reli e.V.
Konto: 09 332 959 00
Dresdner Bank Berlin, BLZ: 100 800 00
Referenz: Spende und Anschrift
(Bitte nicht vergessen, Anschrift für die Spendenquittung anzugeben)
Die Initiative von Pro Reli wird unterstützt von:
Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Erzbistum Berlin
Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland, Deutsche Bischofskonferenz
Jüdische Gemeinde Berlin, Anglikanische Kirche
Diakonisches Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz
Berliner Stadtmission, Verband evangelischer Kindertagestätten
Johanniter-Unfallhilfe e.V., Evangelische Schulstiftung, Katholische Schulen
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Mehr Lesen und Verstehen: Espresso-Bibel
Espresso-Bibel, Stan Campbell,
Herder-Verlag, Freiburg 2006, 160
Seiten (DIN A 6), 7,95 €
Es gibt verschiedene Frömmigkeiten. Die katholischen und orthodoxen Christen Osteuropas haben in ihren von Liturgie, Weihrauch und Heiligenbildern geprägten Kirchen einen anderen Zugang zum Wort als die von Martin Luther geprägten evangelischen und katholischen Christen in Deutschland oder Protestanten aus dem Mittelwesten der USA mit ihrem oft irritierend anderen Bibelverständnis. Andererseits kennen immer mehr Menschen die Bibel praktisch gar nicht, und auch sie begegnen christlichen Frömmigkeiten. Sie machen sich ihre Gedanken über Christentum, Bibel und Erscheinungsformen des Glaubens, ohne informiert zu sein.
Für solche Menschen soll offenbar die Espresso-Bibel schnell, stark, konzentriert den roten Handlungsfaden von der Schöpfung bis zur Offenbarung zeigen und in 60 Minuten durch das Alte und Neue Testament führen.
Einfach so. Wow.
Man merkt dem Büchlein an, dass es aus Amerika stammt. Es ist pragmatisch am Faktischen orientiert, kurz, verständlich, und es geht um action. Die Kritik an einem solchen Unternehmen liegt auf der Hand: Verschwindet die Botschaft der Bibel hinter den - für die Allgemeinbildung nützlichen - Faktenkenntnissen?
Die biblischen Erzählungen handlungsorientiert zu verkürzen, hat das Risiko, dass nicht recht klar wird, was in der Bibel für Glaube und Frömmigkeit entscheidend ist, und wo eigene Auslegungen des Lesers, an Verstand und Wissenschaft orientiert, gefragt sind, die dem Menschen zum Leben helfen können. Über die Auswahl der dargestellten Handlungen und Verkürzungen kann man bei einem 60-Minuten-Büchlein ohnehin streiten.
Klaus J. Henning
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Regionalisierung unserer Gemeinde
In der letzten Zeit ist die Kooperation mit unseren Steglitzer Nachbargemeinden Südende, Markus, Lukas, Matthäus und Patmos immer intensiver geworden. Das betrifft sowohl die inhaltliche Arbeit als auch die Organisation.
Seit einiger Zeit wird die Kirchenmusik in den sechs Gemeinden gemeinsam verantwortet. Die Büros der Gemeinden vernetzen sich ebenfalls zunehmend. Nunmehr wird sich wohl auch im Pfarrdienst einiges ändern – Vorbild ist hier der bereits seit vielen Jahren funktionierende Zusammenschluss der Gemeinden Martin-Luther und Matthäus zu einem Pfarrsprengel: Pfarrerin Becker (mit einer vollen Stelle) hat ihren Schwerpunkt in der Matthäuskirche und Pfarrer Zabka (mit einer 75%-Stelle) in der Martin-Luther-Kirche. Beide planen Gottesdienste und Veranstaltungen gemeinsam und stellen die seelsorgerliche Versorgung der beiden Gemeinden sicher. Die Grenzen der Seelsorgebezirke sind unabhängig von den Gemeindegrenzen so gewählt, dass die Arbeitsbelastung in etwa ausgeglichen ist. Nach diesem Vorbild soll nun auch die Arbeit der Pfarrerinnen und Pfarrer in der Region organisiert werden.
Ein erstes Ergebnis ist das in allen Gemeinden ausliegende Faltblatt zum Konfirmandenunterricht.
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Unser Besuchsdienst – Besuche als Bereicherung
Wer würde sich nicht freuen über einen Besuch, über das Interesse an der eigenen Person, über Anteilnahme an den Lebensumständen, dem eigenen Befinden ? Wer wäre nicht froh, wenn ein Mensch Zeit für mich hat, mir zuhört? Ältere, sich einsam fühlende und häufig nicht mehr so bewegungsfähige Gemeindemitglieder zu Hause zu besuchen ist eine wichtige und schöne Aufgabe. Die Begegnung und das Gespräch geben Mut, ermöglichen neue Gedanken und bringen Abwechslung in einen Alltag, der manchmal auch monoton sein kann.
Möchten Sie sich auch am Besuchsdienst der Gemeinde beteiligen, vielleicht ein bis zweimal monatlich einen Besuch übernehmen? Natürlich erhalten Sie eine Einführung. Frau Sabine Plümer, die im Kirchenkreis für die Arbeit mit älteren Menschen zuständig ist, plant in Zusammenarbeit mit den Pfarrerinnen der Krankenhausseelsorge einen Kurs mit etwa fünf Terminen zur Vorbereitung auf diese Aufgabe.
Weitere Informationen geben Ihnen gerne Sabine Plümer (Telefon 83 90 92 29) oder Pfarrer Zabka.
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Am Pfingstsonntag wurden in unserer, im neuen Glanz strahlenden Kirche 15 junge Menschen konfirmiert. Am Vorabend hatten sie in einem von ihnen gestalteten Gottesdienst das Abendmahl empfangen.
Wir wünschen ihnen auf ihrem weiteren Lebensweg Gottes Segen.
Foto: Andreas Kirsch
Ein Klick auf das Foto zeigt eine größere Version.
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Schließung der Eltern-Kind-Gruppe / „Miniclub"
Unsere ELTERN-KIND-GRUPPE (ehemals „Miniclub") mußte leider feststellen, daß sich zu wenige neue Interessenten für das nächste Betreuungsjahr angemeldet haben. Daher sieht sich der Gemeindekirchenrat zu seinem größten Bedauern gezwungen, die Einrichtung zum Ende des Betreuungsjahres Ende Juli 2008 aufzulösen.
Ein großes Abschiedsfest, zu dem alle ehemaligen Kinder eingeladen werden sollen, wird voraussichtlich nach den Sommerferien stattfinden.
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Küstereinachrichten für April/Mai
Es wurden 10 Gemeindemitglieder getauft und 15 Gemeindemitglieder konfirmiert.
Zwei Ehepaare feierten das Jubiläum der Goldenen bzw. Silbernen Hochzeit.
Mit kirchlichem Geleit wurden 3 Gemeindemitglieder bestattet.
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Vielleicht haben Sie es schon mitbekommen: Unsere Martin-Luther-Kirche ist viel heller und noch freundlicher geworden. In der Woche vor Pfingsten wurde der Fußboden von einer Fachfirma gereinigt. Die Arbeiten waren umfangreicher als erwartet: An einem Sonntag konnte die Kirche nicht benutzt werden und der Gottesdienst fand in der Kapelle statt.
In der leergeräumten Kirche wurde eine Jahrzehnte alte Patina aus Bohnerwachs in mühevoller Handarbeit entfernt und die hellen Fliesen neu versiegelt.
Zu Pfingsten wurde auch der neue Teppich in Gebrauch genommen, für den wir in den vergangenen Monaten Spenden gesammelt hatten.
Nun ist unsere Kirche noch freundlicher anzusehen. Kommen Sie doch mal wieder vorbei!
Jeden Sonntag ist um 11 Uhr Gottesdienst.
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In diesem Jahr wurde in unserer Gemeinde der Mai zum 25. Mal mit einem fröhlichen Fest begrüßt. Über hundert Gäste feierten mit Tanz, verschiedenen Darbietungen, Tombola und gemeinsamem Singen in den Wonnemonat Mai hinein. Den Gästen Dank für ihr Kommen, allen, die zum Gelingen des Festes beigetragen haben, herzlichen Dank für ihren Einsatz.
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Gedenken an Martin Luther King
Am 3. April gedachten Schüler, Eltern und Erzieher des Hortes im Mittelhof Zehlendorf mit einem Gospelkonzert der Ermordung Martin Luther Kings vor 40 Jahren.
Videoaufnahmen der wichtigsten Stationen seines Lebens mit der berühmten Rede „I have a dream..." und szenischen Darstellungen aus den Anfängen der Bürgerrechtsbewegung in den Vereinigten Staaten ließen das Anliegen des Friedensnobelpreisträgers in der vollen Kirche lebendig werden.
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Islam, Hans Küng,
Piper Verlag, München 2004,
912 Seiten, 24,90 €
Gegen das hier empfohlene Buch spricht die Länge. 900 Seiten liest man nicht einfach mal so. Und der Preis. Und es erhebt Anspruch auf Wissenschaftlichkeit in den Fächern Theologie, Geschichte und Politik. Das macht die Lektüre nicht zu einem Kinderspiel. Einerseits.
Andererseits: Man kann sich das Buch auch ausborgen und einzelne ausgewählte Kapitel lesen. Das ausgezeichnete Inhaltsverzeichnis führt gut durch den vergleichsweise sehr verständlichen Text, und der hat es in sich.
Die religiösen, politischen, kulturellen und historischen Grundlagen des Islams und seine Stellung in der Welt sind für jeden interessant. Schließlich leben allein in Deutschland 3,1 Millionen Muslime (Frankreich: 7 Millionen). Wir begegnen ihnen täglich, und unsere Kenntnis von ihrer Gedanken- und Gefühlswelt ist im Allgemeinen begrenzt.
Die Weltreligionen und der Dialog der Kulturen sind seit Jahrzehnten zentrales Thema des Autors. Die vorliegende Gesamtdarstellung des Islam beschreibt Geschichte und Stränge des Islams und sichtet die Positionen des Islams zu den Fragen der Gegenwart.
Eine umfassende Analyse zeigt: Ohne einen Dialog mit dem Islam gibt es keinen dauerhaften Weltfrieden, und Voraussetzung für den interreligiösen Dialog sind Sachinformationen.
Das Buch führt dem christlichen Leser jahrhundertealte unberechtigte Vorurteile vor Augen. Aber auch dem muslimischen Leser. Die Auseinandersetzung der Religionen kann zum Überdenken der eigenen Wurzeln auf beiden Seiten führen. Probleme mit den Begriffen Gottessohn und Dreieinigkeit oder dem Verständnis vom Tod am Kreuz beispielsweise haben nicht nur Moslems. Das Buch „Der Islam“ macht deutlich, welche theologisch fragwürdigen Positionen auf beiden Seiten heute noch das gegenseitige Verständnis erschweren.
Klaus J. Henning
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„Es lag aber einer krank…“
Der Konfirmanden-Prüfungsgottesdienst am 13. April 2008
Fast anderthalb Jahre haben sich die Jungen und Mädchen im Konfirmandenunterricht mit den Themen des christlichen Glaubens beschäftigt. Wenige Wochen vor der Konfirmation war es Zeit, sich der Gemeinde zu präsentieren, denn „Die Gemeinde soll schon während der Unterrichtszeit erfahren, was die Konfirmandinnen und Konfirmanden gelernt haben, und dabei selbst an die Hauptaussagen des christlichen Glaubens erinnert werden“ (Ordnung des kirchlichen Lebens Artikel 50).
Der Gottesdienst am 13. April wurde von den Konfirmandinnen und Konfirmanden über viele Wochen hinweg im Konfirmandenunterricht unter der Anleitung des Pfarrers vorbereitet: Zuerst haben sie sich selbst den anspruchsvollen Themenbereich Leben-Tod-Glauben ausgesucht.
Dann wurde ein passender biblischer Text ausgewählt: Die Auferweckung des Lazarus (Johannes 11) – und es wurde intensiv diskutiert. Schließlich wurden die Aufgaben verteilt: Gesangbücher austeilen, Kollekte einsammeln, Gottesdienstbesucher begrüßen, Predigt, Gebete, Lieder…
Das Ergebnis sorgte für große Aufmerksamkeit. Der Gemeindekirchenrat diskutierte kontrovers und auch unter den Gottesdienstteilnehmern gab es unterschiedliche Meinungen:
„Es ist schön, dass die Konfis sich trauen, so über ihren Glauben zu reden.“ – „Ich habe nichts verstanden, weil die Jugendlichen vor Aufregung viel zu schnell gesprochen haben.“ – „Es darf nur ein Pfarrer predigen und den Segen sprechen – das war für mich kein richtiger Gottesdienst!“ – „So eine Prüfung hätte ich auch gern gehabt – ich musste damals das halbe Gesangbuch auswendig lernen.“
Mich macht es stolz zu sehen, mit welcher Ernsthaftigkeit die Konfirmandinnen und Konfirmanden den Gottesdienst vorbereitet haben. Es wurden die Inhalte sehr gründlich diskutiert. In der Predigt wurde gezeigt, dass sie sich auch mit schwierigen Fragen („Warum lässt Jesus denn seinen Freund Lazarus im Stich?“) auseinandersetzen können.
Mit typisch jugendlicher Ungeduld, mit hohen moralischen Ansprüchen und scharfer Kritik wurde mit dem biblischen Text gerungen. Besonders für Jugendliche ist es schwer zu begreifen, dass Gottes Wege nicht immer mit unseren menschlichen Maßstäben zu messen sind.
Am Ende der Predigt stand jedoch das klare Bekenntnis, dass Jesus uns ein Vorbild ist und dass wir ihm glauben können – auch wenn wir manchmal noch nicht sehen, wie er uns hilft.
Diese Aussagen sind keine leeren Worte, keine frommen Floskeln, sondern glaubwürdiges Ergebnis harter Auseinandersetzungen, die die Konfirmandinnen und Konfirmanden in ihrem Glauben bestärkt haben. Das wurde auch für die Gemeinde spürbar.
In den Vorbereitungen auf den Gottesdienst wurde auch das Sprechen mit dem Mikrofon und das Gehen im Gottesdienst geübt – leider war das in der Aufregung dann nicht mehr zu merken: Das nervöse Rascheln, die hektischen Bewegungen, das zu schnelle Sprechen störten einige Gottesdienstteilnehmer in ihrer Andacht.
Der Gemeindekirchenrat hat trotz kontroverser Diskussion mit großer Mehrheit grundsätzlich die Ausrichtung eines Gottesdienstes durch Konfirmanden befürwortet und ihnen seine Anerkennung für ihren Mut ausgesprochen, sowie angeregt, dass sie auch in den anderen Gottesdiensten stärker beteiligt werden.
Pfarrer Jörg Zabka
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Seit dem Sommer letzten Jahres besteht im Kirchenkreis Steglitz das „Netzwerk Erinnerungskultur“. Es versteht sich als Forum, das die Erinnerung an die Verbrechen der Zeit des NS-Regimes wachhalten will. Das „Netzwerk Erinnerungskultur“ will den gegenseitigen Austausch der einzelnen Gemeinden über ihre Aktivitäten und Initiativen fördern, die verschiedenen Projekte koordinieren und Anregungen geben. Der 70. Jahrestag des Novemberpogroms vom 9.11.1938 bildet derzeit den Anlass, gemeindliche Vorhaben zur Auseinandersetzung mit diesem antisemitischen Gewaltexzess im nationalsozialistischen Deutschland anzuregen.
Einen Schwerpunkt der Arbeit des „Netzwerkes Erinnerungskultur“ und der Gemeinden des Kirchenkreises Steglitz bildet das Projekt „Stolpersteine“. Es geht auf die Idee des Kölner Bildhauers Gunter Demnig zurück, der damit an die verfolgten Frauen, Männer und Kinder des nationalsozialistischen Gewaltregimes genau dort erinnern will, wo sie wohnten. Vor ihren Häusern werden für jede Person Pflastersteine aus Messing in den Gehweg eingelassen, auf denen ihr Name, ihre Lebensdaten und ihr Schicksal vermerkt sind. Aus Gunter Demnigs Idee entstanden seit den 1990er Jahren inner- und außerhalb Deutschlands unterschiedliche Initiativen. Bis Ende 2007 wurden 14.000 Stolpersteine in Deutschland, Österreich, Ungarn und den Niederlanden verlegt.
Vor allem dem Engagement der Johannes-Gemeinde ist es zu danken, dass in Lichterfelde-West in den zurückliegenden Jahren eine ansehnliche Zahl von Stolpersteinen gesetzt wurde, so etwa in der Drakestraße 47 oder im Gardeschützenweg 96 (Bild). Gerade das letzte Beispiel verweist darauf, dass es auch im Bereich der Martin-Luther-Gemeinde viele Opfer des Nationalismus gab, an die wir erinnern wollen. Ich lade daher alle Interessierten der Gemeinde zur Mitarbeit an dem Projekt „Stolpersteine“ herzlich ein.
Ein Klick auf das Foto zeigt eine größere Version.
Ein erstes Projektgespräch und die Konstituierung einer Arbeitsgemeinschaft „Stolpersteine“ der Martin-Luther-Gemeinde fanden am 29. April 2008 in der Küsterei statt.
Uwe Puschner
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Rosenstock
Frag doch mal ... die Maus ?!
Fragen zu Gott, der Welt und den großen Religionen
cbj Verlag München 2006
192 Seiten, 14,90 €

Ursprung, Traditionen und Glaubensinhalte des Christentums und anderer Weltreligionen darzulegen ist schwierig. Und bekanntlich sind Kinderfragen auf diesem Gebiet die schlimmsten.
Aber die Maus schafft's, für neugierige Kinder und Eltern leicht verständliche und spannende Antworten zu geben. Vom ersten Kapitel „Wie sieht Gott aus?" bis zum letzten Kapitel „Woran glauben die Chinesen?“ gibt es unterhaltsame Antworten und witzige Illustrationen.
Wie die „Sendung mit der Maus“ in der ARD und dem KIKA, gibt auch das Buch zugleich Informationen und Anregung zum Gespräch zwischen Eltern und Kindern. Es macht einfach Spaß, darin herumzublättern, für Ältere und Jüngere.
Klaus J. Henning
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Weltgebetstag 2008
Gottes Weisheit schenkt neues Verstehen
Mit diesem Thema verbinden die Frauen aus Guyana viele Hoffnungen: ein friedliches Zusammenleben der verschiedenen Bevölkerungsgruppen ihres multi-ethnischen Landes, Befreiung aus Armut und Gewalt und wachsende Zukunftsperspektiven gerade auch für die jungen Menschen in ihrem Land.
Wie jedes Jahr feierten wir den Gottesdienst gemeinsam mit der St. Annen-Gemeinde, diesmal in der Martin-Luther-Kirche und waren damit Teil der inzwischen größten ökumenischen Bewegung der Erde. Über 80 GottesdienstbesucherInnen zeigten, wie wichtig auch unseren Gemeinden dieser Tag geworden ist. Gemeinsames Singen und Beten und Kennenlernen von Land und Leuten und deren Problemen ist Anliegen dieses Tages, der mit einem gemeinsamen Essen landestypischer Gerichte im Saal abgeschlossen wurde.
Im kommenden Jahr werden Frauen aus Papua-Neuguinea die Liturgie entwickeln. Wir sind schon sehr gespannt und freuen uns auf den ersten Freitag im März 2009.
Bilder vom Weltgebetstag 2008 in der Martin-Luther-Kirche sind in unserer BILDERGALERIE zu finden.
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Seit Januar ärgert uns die Turmuhr: Mal geht sie nach, mal stehen die Zeiger still. Meistens ist der Stundenschlag in Ordnung – einmal aber läutete das Mittagsgeläut mitten in der Nacht. Problematisch ist das Zusammenspiel der modernen elektronischen Funkuhr und der alten Mechanik im Kirchturm. Nunmehr ist eine große, teure Reparatur notwendig, damit unsere Uhr den Menschen hier in Lichterfelde wieder zuverlässig die richtige Zeit anzeigt. Wir bitten Sie hierfür um Ihre Spende.
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Matthäus Gemeinde beteiligt sich an „Laib und Seele“
Seit Januar werden jeden Donnerstag von 14:00 bis 15:00 Uhr in den Räumen der Matthäus-Gemeinde Lebensmittel an bedürftige Menschen für einen Euro ausgegeben. Die drei Steglitzer City-Kirchen Baptisten-Gemeinde, Katholische Rosenkranz-Basilika und die Evangelische Matthäus-Gemeinde leisten gemeinsam diesen sozialen Dienst.
Wenn Sie Lebensmittel benötigen, gehen Sie zur Ausgabestelle und zeigen dort Ihren Hartz IV-, Arbeitslosen- oder Rentenbescheid und Sie erhalten für einen Euro Lebensmittel.
Wenn Sie mithelfen wollen, melden Sie sich unter Telefon (030) 78 71 63 52 oder senden Sie eine eMail an laibundseele@berliner-tafel.de
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200. Geburtstag von Johann Hinrich Wichern
Am 21. April 1808 wurde Johann Hinrich Wichern als ältestes von sieben Kindern in Hamburg geboren. Im Winter 1813/14 steht die Stadt Hamburg im neunten Jahr unter französischer Besatzung. Tausende fliehen vor zunehmenden Repressalien ins benachbarte, damals dänische Altona. Unter den Flüchtlingen ist auch der fünfjährige Johann Hinrich. Das frühkindliche Fluchterlebnis wird wohl eines der prägendsten Lebensmotive Wicherns. Als er 15 Jahre alt ist, stirbt sein Vater. Das jüngste seiner Geschwister ist gerade mal ein Jahr alt, und so muss er seiner Mutter helfen, die Familie durchs Leben zu bringen.
Als Erziehungsgehilfe und Privatschullehrer lernt Wichern später Hamburger Elendsquartiere kennen. Er stellt fest, dass tröstende Worte des Evangeliums allein nicht reichen: Hilfe muss her, ganz konkret. Nicht nur Reden oder Fordern, sondern Tun, Anpacken. Und dies möglichst professionell – das sind bis heute zentrale Leitsätze kirchlicher Diakonie.
Während seines Studiums der evangelische Theologie faszinieren ihn Dogmen und Kirchengeschichte weit weniger als die praktische Relevanz des Christentums : „Die Liebe gehört mir wie der Glaube“, schreibt Wichern. Schon ein Jahr nach seinem Examen ermöglichen einflussreiche Gönner in Hamburg die Erfüllung seines Traums : Der Syndikus Karl Sieveking stellt 1833 eine alte Bauernkate als „Rettungshaus“ für Kinder und Jugendliche zur Verfügung – Geburtsstätte der Evangelischen Stiftung „Das Rauhe Haus“.
Die Kinder im „Rauhen Haus“ leben in familienähnlichen Strukturen, betreut von „Brüdern“, für deren Ausbildung Wichern sorgt. Künftig werden sie Diakone heißen. Auf dem ersten evangelischen Kirchentag in Wittenberg hält Wichern im September 1848 eine flammende Rede zur „Gründung des Centralausschusses für die Innere Mission der evangelischen Kirche“ – woraus später das „Diakonische Werk“ entsteht. Den Gedanken der politischen Umorientierung seiner Zeit, die soziale Missstände durch Veränderung und Demokratisierung der Gesellschaft zu erreichen hofft, öffnet sich Wichern nicht.
Bis zu seinem Tod am 7. April des Jahres 1881 bleibt Wichern dem Gedanken treu, dass durch christliche Nächstenliebe und Hilfe allein eine gottgefällige Gesellschaftsordnung wieder herzustellen sei.
Luise Mohn