Martin − Luther − Gemeinde Berlin - Lichterfelde

Archiv der Nachrichten, Meldungen und Artikel des Jahres 2010


nach oben     Wechsel im Gemeindekirchenrat

Da die Hälfte des Gemeindekirchenrats alle drei Jahre neu gewählt werden muss, wurde das Ergebnis der Wahl am 31.10.2010 mit Spannung erwartet. 11,8 % der Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab, ein für Steglitzer Verhältnisse gutes Ergebnis.

Zu Ältesten wurden gewählt : Dr. Andreas Gallas mit 129 Stimmen, Dörte Gödecke mit 127 Stimmen, Heike Poser mit 126 Stimmen.

Zu Ersatzältesten wurden gewählt : Svea von Hübbenet mit 104 Stimmen, Niels Lau mit 97 Stimmen, Dr. Jürgen Drechsler mit 67 Stimmen.

War bisher nur eine Frau im Leitungsgremium, sind es nun drei. Unser Gemeindekirchenrat besteht aus dem Gemeindepfarrer, sieben Ältesten und drei Ersatzältesten. Den Wählerinnen und Wählern sei Dank gesagt, den Gewählten wünschen wir Gottes Segen für die Bewältigung ihrer verantwortungsvollen Aufgaben. Wir danken den Ältesten Klaus J. Henning und Moritz Noll, die nicht wieder kandidierten, ganz herzlich für die in den vergangenen Jahren geleistete gemeinsame Arbeit und freuen uns auf die Zusammenarbeit mit den nun Gewählten zum Wohl unserer Martin-Luther-Gemeinde.

Karola Frickel

nach oben     “… und hätten der Liebe nicht …“ 1.Kor.13

Unter dieser Überschrift versammelten sich am 5. und 6. November 2010 beinahe vierzig Gemeindeglieder der Matthäus- und der Martin-Luther-Gemeinde, um auf dem diesjährigen gemeinsamen Herbstseminar die theologischen und praktisch gelebten Grundlagen von Diakonie (griech.: dienendes Amt) zu erfahren und zu diskutieren.

In seinem Abendvortrag „Gottes Liebe, Gottesliebe und Nächstenliebe in der Bibel“ stellte uns Pfarrer Alexander Brodt-Zabka eindringlich die im Alten und Neuen Testament auffindbaren Aussagen zu Gottes liebender Zuwendung zu seinem Geschöpf, dem Menschen, und zu seiner Erwartung vor, der Mensch möge die ihm geschenkte Gottesliebe für sein Leben erkennen und glauben und sie seinem Nächsten zuwenden. Das Evangelium vom barmherzigen Samariter und das „Doppelgebot der Liebe“ in Jesu Christi Worten „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt“ und „Du sollst Deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ (Matt. 22, 37+39) sind die Basis evangelischer Diakonie.

Pfarrerin Friederike Pfaff-Gronau erläuterte am nächsten Tag in ihrem Vortrag „Wie wird Gottes Liebesgebot in unseren Gemeinden lebendig?“, wie sich auf der Grundlage des biblischen Gebots zur Nächstenliebe Diakonie umfassend in den Gemeinden und im Kirchenkreis Steglitz entfaltet. Sie ermunterte die beiden Gemeinden, die in der Kaffeepause eigene bestehende Projekte vorstellten, zu weiteren Schritten in ihrem diakonischen Engagement – sofern die eigenen Kräfte dieses erlauben. Anschließend wurden die Aussagen des Vortrages in zwei Arbeitsgruppen vertiefend diskutiert, Erwartungen an die institutionelle Diakonie angesprochen und mögliche Schlussfolgerungen für das Gemeindeleben gezogen. Eine rundum gelungene Veranstaltung.

Andreas Gallas

nach oben     Große Begeisterung für den Verlorenen Sohn

Auch in diesem Jahr hat Dr. Angela Steinke-Dorphölz wieder die Initiative ergriffen und 44 Kinder im Alter von 5 bis 13 Jahren sowie ein Team aus Helfern um sich versammelt, um das KinderMusical DER VERLORENE SOHN an fünf Vormittagen in der ersten Woche der Herbstferien einzustudieren, um es dann am 16.10. in der Martin-Luther-Kirche aufzuführen.

Die eingängig-rockigen Lieder, die von Markus Hottinger und Markus Heusser vom Adonia Verlag vertont wurden, ebenso wie die dem heutigen Sprachgebrauch angepasste Bibelgeschichte ziehen alle Generationen in ihren Bann.

Der Inhalt :
Der jüngere Sohn eines reichen Bauern lässt sich sein Erbe auszahlen und verlässt den Hof des Vaters, da ihm das Leben zuhause zu langweilig erscheint. Er verprasst das Geld in der Fremde, feiert und lässt sich beklauen, bis er schließlich mittellos und bettelarm geworden ist. Er arbeitet als Schweinehirt, muss aber hungern und entschließt sich reumütig, nach Hause zurück zu kehren und seinen Vater um eine Anstellung als Tagelöhner zu bitten. Der Vater ist jedoch so froh über die Rückkehr des verloren geglaubten Sohnes, dass er ihn mit offenen Armen wieder aufnimmt und trotz der Eifersucht des älteren Bruders ein großes Fest bereitet.

Von Montag bis Freitag probten Schauspieler, Solosänger und Tänzer jeden Vormittag in verschiedenen Gruppen mit riesigem Engagement ihre Rollen und studierten im Chor die fetzigen Lieder ein. Auch für die Musik im Playback-Verfahren und die Technik war gesorgt. Das begeisterte Publikum belohnte die Mitwirkenden mit stürmischem Applaus. Für die tolle Darbietung des 80 Minuten- Programms spendeten die Zuschauer 450,- Euro für das Hilfsprojekt der Kindernothilfe in Sambia.

Die Teilnehmer, die einen Teil ihrer Ferien und Freizeit aufgewendet haben, nehmen jede Menge neue Erfahrungen und Ideen aus der Bibel- Musical-Woche mit. Wer im nächsten Jahr wieder Zeit und Lust hat, in den Herbstferien mitzumachen, kann sich schon auf die Geschichte von Josua freuen.

Anke Dreyer

nach oben     ChurchNight
Übernachten in der Martin-Luther-Kirche

Auch Martin Luther hatte viele schlaflose Nächte: Er hatte Angst vor Höllenstrafen und suchte, wie er vor Gott gerecht werden könnte – vergeblich. Bis ihm beim Lesen der Bibel klar wurde: Gott nimmt uns in Gnaden an, weil er uns liebt. Er will von uns Menschen, dass wir ihm vertrauen – nichts weiter. Martin Luther machte diese wieder entdeckte biblische Erkenntnis am 31.10.1517 durch den Anschlag seiner 95 Thesen an die Schlosskirche in Wittenberg bekannt. Die hierdurch ausgelöste Reformation erschütterte die deutschen Länder. Ablasshändler fürchteten um ihre Einnahmequellen, der Kaiser und die Kirchenfürsten um ihre Macht. In den folgenden Jahren hatte Martin Luther daraufhin wieder schlaflose Nächte – nun aber aus Sorge um die Menschen.

Eine mehr oder weniger schlaflose Nacht verbrachten am Vorabend des 31.10.2010 fünfzig Konfirmandinnen und Konfirmanden aus der Patmos-, der Matthäusund der Martin-Luther-Gemeinde mit zwölf jugendlichen Teamern unter Leitung von Diakon Reschke, Pfrn. Wuttig-Perkowski, Pfrn. Becker und mir. Das Leben Martin Luthers, seine Zeit und seine Erkenntnisse haben uns bis zum Frühstück am nächsten Morgen beschäftigt. Es wurde gesungen und getanzt, es wurde eine Predigt geschrieben und biblische Texte nach dem Vorbild Luthers in unsere Sprache übersetzt.

Zwar gab es die Nacht hindurch auch die Möglichkeit, in der Kirche zu schlafen – aber davon haben nur einige der Konfirmandinnen und Konfirmanden Gebrauch gemacht. Die anderen haben gesungen, Musik gehört oder einfach miteinander geschwatzt. Es war eine schöne Erfahrung für alle – und es wird bestimmt nicht die letzte „ChurchNight“ gewesen sein.

Jörg Zabka

nach oben     MEHR LESEN UND VERSTEHEN

Thomas Mann - Joseph und seine Brüder

Thomas Mann hat zwischen 1925 und 1943 eine Nacherzählung der biblischen Geschichten um Joseph geschaffen, die zu Unrecht wenig gelesen wird. Wen der Umfang stört, der kann mit dem dritten Teil anfangen und wird nicht enttäuscht werden.

Thomas MannAbraham, Isaak und Jakob sind die Stammväter des Alten Testaments (1. Mose 12 ff). Joseph, der zwölfte und jüngste Sohn Jakobs, wird von seinen Brüdern misshandelt und in die Sklaverei verkauft. Beim ägyptischen Hofbeamten Pothiphar gelingt ihm der Aufstieg zum Hausverwalter. Er gerät durch eine sexuelle Intrige wieder in Unfreiheit, erhält aber dadurch die Chance, sich vor Pharao als Ratgeber zu bewähren. Es folgt eine Familienzusammenführung an den Fleischtöpfen Ägyptens (1. Mose 30 ff). Die relativ kurze biblische Vorlage ist ein großartiger Stoff für Romane. Es kommen vor: Weisheit und Dummheit, Gemeinheit und edle Größe, Action und Witz, Herz und Schmerz und Happy End.

Thomas Mann hat aus dem mythischen Material einen Roman geschaffen, der die Geschichte nachdenklich und heiter-ironisch ausschmückt und vielfach reflektiert. Joseph, so wird in der Darstellung von Thomas Mann deutlich, meistert seine Abstürze und Erfolge durch seine eigenen originellen Vorstellungen von Gott, den Vorvätern und der Welt, und seine Umgebung staunt.

Zur überraschenden Grundeinstellung von Joseph gehört es, dass er sich und andere als von Gott geführt begreift. Aus diesem Glauben erwachsen ihm Phantasie, Geduld und Kraft, die Ziele seines Gottes zu unterstützen. Auch sein Sklavenhalter, sein Herr Pothiphar und der große Pharao – übrigens als Amenophis IV = Echnaton dargestellt – bewundern Joseph.

Thomas Mann, Joseph und seine Brüder
S. Fischer Verlag, Frankfurt 2007,Roman in vier Teilen,1323 Seiten 25 €

Klaus J. Henning

nach oben     Stiftung Brot für die Welt

Langjährige Spenderinnen und Spender hatten gedrängt. Und „Brot für die Welt“ hat sich entschlossen: eine Stiftung wurde errichtet. Sie hat eine einzige Aufgabe: Sie wird die Arbeit von „Brot“ langfristig absichern. Viele andere große Hilfsorganisationen bieten seit Jahren diese Möglichkeit des Stiftens. Und sie haben inzwischen große Millionen-Kapitale angesammelt. Damit kein Missverständnis aufkommt: Wie seit mehr als fünfzig Jahren wird unsere weltweite Arbeit auch in Zukunft von den Spendeneingängen abhängen, denn je mehr wir spenden, desto wirkungsvoller können wir unsere Partner heute unterstützen. Aber wenn parallel dazu allmählich ein Kapital für die Jahrhunderte anwächst, dann kann das nur gut sein. Denn es schafft zusätzliche Verlässlichkeit und Treue. Der Bundesbogen des Herrn erstreckt sich über die Welt und über die Zeiten. Eine Stiftung hat eine besondere Kraft und einen besonderen Charme. Sie kann nie ein leeres Töpflein werden, sondern ihr Reichtum bleibt. So wird sie zur Quelle, aus der die Erträgnisse fließen, die dann jährlich verbraucht werden können. Der Charme: Durch Stiftungen können sich Menschen ein Gedächtnis setzen. Schon zu Lebzeiten oder durch testamentarische Verfügungen. Dieses Bedürfnis, etwas Beständiges zu hinterlassen, ist es dann auch, was viele Zu-Stifterinnen und Zu-Stifter treibt. Für manchen sind auch die steuerlichen Erleichterungen ein zusätzlicher Beweggrund. Unsere Brot-Stiftung steht im ersten Jahr. Mit etwa drei Millionen Euro ist sie in ihren allerersten Anfängen. Wer an der Stiftung mitbauen will, ist herzlich eingeladen.

Innerhalb unserer Landeskirche erteile ich gerne nähere Auskunft, Telefon 030 85 73 26 86.

Dr. Kurt Anschütz

nach oben     In Memoriam

Am 11. September verstarb unser ehemaliges Gemeindeglied Günter Schatte. Er und seine erste Frau waren Jahrzehntelang in unserer Gemeinde aktive Mitglieder. Prof. Schatte war von 1974 bis 1989 Mitglied unseres Gemeindekirchenrates. 15 Jahre gestaltete er mit seiner stets sachlich vorgetragenen Argumentation die Arbeit unseres damaligen Gremiums. In für uns manchmal schweren Situationen gelang es ihm, Wogen zu glätten und Auswege zu finden. Ich erinnere mich an diese Zeit gerne zurück. Er war ein überzeugter Christ und handelte nach dem auf seinem Trauergottesdienstzettel stehenden Bibeltext "Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was auf Erden ist" Kol 3,2. Günter Schatte war für mich ein Vorbild. In der Gemeinde war er beliebt und angesehen, um Pfarrer Weihmann zu entlasten hatten wir ihn zu unserem Vorsitzenden gewählt. Nach seinem Ausscheiden aus dem GKR 1989 war Prof. Schatte noch in unserem Bauausschuss eine Zeitlang Herrn Haenelt hilfreich zur Seite gestanden und nach dem Tode seiner geliebten Frau zog er sich aus dem aktiven Gemeindeleben zurück. Die Gemeinde wird seiner ehrend gedenken.

Joachim Grimm

nach oben     BROT FÜR DIE WELT
Nachhaltige Landwirtschaft in dünner Luft

Das Leben der Kleinbauern in den Zentralanden Perus ist schwer: Keiner der Bauern hat mehr als zwei Hektar Land, und die liegen auch noch an schwer zu bearbeitenden Hängen in 3.000 Metern Höhe. Der Ertrag ist entsprechend gering. Im Bezirk Junín ist fast die Hälfte der Kinder unter fünf Jahren unterernährt.

Mit Hilfe von „Brot für die Welt“ will der Kleinbauerndachverband CNA das ändern:Die Ernährung soll vielfältiger und gesünder werden. In Kursen lernen Frauen und Männer, wie sie ihr Land nachhaltig bewirtschaften können. Später geben sie ihr Wissen nach der Methode „Von Bauer zu Bauer“ weiter: Das heißt, sie bringen ihren Nachbarn das bei, was sie in den Kursen gelernt und auf dem eigenen Feld erfolgreich ausprobiert haben. Durch regen Austausch und mit der Beratung durch CNA haben heute schon viele Bauernfamilien eine größere Auswahl an gesunden Nahrungsmitteln. Die Aktion „Brot für die Welt“ trägt dazu bei, dass Familien in den Anden auf ihrem Land bleiben und ihre Kinder ernähren können.

Die Martin-Luther-Gemeinde gibt Ihre Spenden gerne weiter.

nach oben     „Der HERR ist mein Hirte.“ – Nachruf auf Luise Mohn

Luise MohnLuise Mohn ist am 16. September 2010 nach langer, schwerer Krankheit im Alter von 64 Jahren gestorben.

Sie war eine außergewöhnliche Frau: Fröhlich und glaubensstark, zuversichtlich, tatkräftig und zugewandt.

Beeindruckend, wie sie mit ihrer Kettensäge den großen Weihnachtsbaum für unsere Kirche zurechtstutzte, damit er aufgestellt werden konnte. Bald vier Jahre ist das her. Sie kämpfte bereits zwei Jahre gegen den Krebs, hatte schwere Operationen und Chemotherapien hinter sich, war von der Krankheit gezeichnet – aber voller Lebensfreude, Zuversicht und Tatkraft. Sie scheute keine Herausforderung und achtete kaum auf die Grenze ihrer Kräfte.

Viele ihrer Aktivitäten waren für alle sichtbar: Sie schmückte den Altar, arrangierte zum Erntedankfest Unmengen von Obst und Gemüse, band den Adventskranz und stand mitten in der Nacht auf, um für die Konfirmationsgottesdienste das große Tor mit Blumen zu umwinden.

Die von ihr betreuten Schaukästen waren immer eine Augenweide mit ihren selbstentworfenen Plakaten und der künstlerischen Gestaltung. Das Gemeindeblatt hat sie mit Akribie liebevoll gestaltet. Die letzte Ausgabe konnte sie dann nicht mehr selber machen – aber sie hat sich im Krankenhaus alle Entwürfe zeigen lassen.

Gerne beteiligte sich Luise an der Gestaltung von Gottesdiensten, mitunter auch mit eigenen Predigten. Für den Gottesdienst zum Mirjamsonntag am 5.September hat sie uns noch wichtige Gedanken über Angst und Vertrauen mit auf den Weg gegeben. Leider konnte sie sich wegen ihrer Krankheit nicht mehr wie geplant am Gottesdienst beteiligen.

Sie sammelte Leute um sich und organisierte die ökumenischen Begegnungen und vor allem den jährlichen Weltgebetstag.

Innerhalb und außerhalb der Martin-Luther-Gemeinde war Luise Mohn sehr aktiv: Sie war viele Jahre im Gemeindekirchenrat und im Vorstand der Diakoniestation. Sie setzte sich für die Schwächsten ein, unterstützte Amnesty international und Brot für die Welt.

Als Mutter und Schwester, als Freundin und Nachbarin hatte sie stets ein offenes Ohr, eine helfende Hand und ein ansteckendes Lachen. Ihre Zuversicht und ihr Lachen hat sie sich bis zum Schluss bewahrt. Sie wusste sich bei Gott geborgen, auch in den schweren Tagen und in ihrer zunehmenden Schwäche.

Als sie spürte, dass ihr Leben zu Ende geht, hat Luise ihre Projekte noch in andere Hände gegeben, damit weitergeht, was ihr wichtig war.

Luise Mohn wird uns sehr fehlen – mir, dem Gemeindekirchenrat und allen, die mit ihr zu tun hatten.

Uns tröstet der Glaube, mit dem sie ihr Schicksal aus Gottes Hand angenommen hat, und die Gewissheit, dass wir bei Gott geborgen bleiben, auch über unser Sterben hinaus.

Pfarrer Jörg Zabka im Namen des Gemeindekirchenrates

nach oben     MEHR LESEN UND VERSTEHEN

Flucht bis ans Ende der Welt

Die Ausstellung „Getauft – verstoßen – deportiert“ in unserer Kirche berichtete Anfang 2009 über das Schicksal evangelischer Christinnen und Christen jüdischer Herkunft in der Zeit des Nationalsozialismus.

Auch die Geschichte der Familie Herrmann aus unserer Gemeinde wurde dargestellt – soweit sie uns damals bekannt war. Wolfgang Herrmann lebte mit seiner jüdischen Frau Selma, geb. Guttentag und der gemeinsamen Tochter Gabriele in der Hortensienstraße 26. Die beiden Frauen wurden 1937 in unserer Kirche getauft, Gabriele ein Jahr später auch konfirmiert. Danach verließ sie Deutschland, ihre Eltern überlebten den Krieg und starben 1979 und 1995. Ihr Grab befindet sich noch immer auf dem Friedhof Moltkestraße, die Pflege der Grabstelle (V-WR D 13) hat mittlerweile unsere Gemeinde übernommen.

Eine frühere Nachbarin des alten Ehepaares gab die Auskunft, dass Gabriele möglicherweise nach Neuseeland ausgewandert war. Das weitere Schicksal von Gabriele Herrmann – ob sie eine Familie hat und noch lebt – ist unbekannt. So hieß es seinerzeit in der Ausstellung. Dank eines Hinweises der neuseeländischen Botschaft wissen wir nun vom weiteren Schicksal von Gabriele Herrmann. Es ist aufgeschrieben im 2006 erschienenen Buch von Freya Klier: „Gelobtes Neuseeland. Fluchten ans Ende der Welt“ (Aufbau-Taschenbuch).

Das Buch berichtet eindrucksvoll von den Jahren der Diskriminierung, der Entrechtung und der Angst von Gabriele und ihren Eltern. Mit einem der letzten Kindertransporte reiste die 16jährige im Mai 1939 schließlich nach England. Die Kriegsjahre über arbeitete Gabriele Herrmann in London als Kinder-krankenschwester. Nach dem Krieg heiratete sie den aus Friedenau stammenden Peter Dane – wie sie jüdischer Abstammung. Die beiden hatten sich bereits im gemeinsamen Konfirmandenunterricht bei Pfarrer Hildebrand in unserer Gemeinde kennen gelernt. Sie bekamen zwei Kinder, gingen in den 50er Jahren nach Afrika und schließlich nach Neuseeland. Den Kontakt zu Selma und Wolfgang Herrmann in der Hortensienstraße haben sie bis zuletzt gepflegt.

Im Jahr 2005 starb Gabriele Dane, geb. Herrmann, 82jährig in Neuseeland. Ihr mittlerweile fast 90jähriger Ehemann lebt noch immer am Meer auf der Nordinsel Neuseelands, schreibt englische Gedichte und ist als Umweltaktivist aktiv. Auf meinen Brief antwortete mir Herr Dane: „Es ist schön, dass Sie in Ihrer Gemeinde das Vergangene nicht vergessen, sondern davon lernen wollen. Selma war eine höchst ehrbare und heroische Frau. Sie und Wolfgang mussten im Krieg Zwangsarbeit leisten in Berlin und an der Front. Weil Wolfgang sehr krank wurde, kam er ins Spital nach Berlin und man entließ ihn, weil man meinte, dass er am Sterben war. Doch Selma hob ihn auf eine Schubkarre – er war fast verhungert, dürre und leicht – und schob ihn heim durch ganz Berlin. Sie schaffte es, ihren Wolfgang zurück ins Leben zu pflegen.

Peter Dane hat uns die beiden Bilder zur Verfügung gestellt, die Gabriele und ihn kurz nach ihrer Heirat 1947 in der Schweiz und 2001 in Auckland zeigen. Auf dem Grabstein seiner Schwiegereltern und Gabrieles Eltern steht: „Stärker als der Tod ist die Liebe“.

Alexander Brodt-Zabka

nach oben     Neuer Superintendent

von links nach rechts: Generalsuperintendent Ralf
Meister, Pfarrer Thomas Seibt, Amtierende Superintendentin
Susanne Peters-Streu, Präses der
Kreissynode Wolfgang RöckePfarrer Thomas Seibt wurde auf der Wahlsynode in der Patmos-Gemeinde am 26. Juni 2010 im ersten Wahlgang mit klarer Mehrheit zum neuen Superintendenten des Kirchenkreises Steglitz gewählt. Wir gratulieren herzlich und wünschen ihm Gottes Segen für sein neues Amt.

Am 3. Oktober wurde er um 15 Uhr in einem festlichen Gottesdienst in der Matthäus- Gemeinde in sein Amt eingeführt.

nach oben     Willkommen „Chili Schoten“

Seit dem 2. August ist aus den Räumen unseres früheren Miniclubs wieder Kinderlachen zu hören: Nach den langwierigen Umbauten in der Regie des Bezirksamtes hat hier nun unter Leitung von Frau Kretzschmar und Herrn Kleene die Kinder-Tagespflegestelle „Chili Schoten“ ihr Domizil.

Kontakt: Telefon 0163/451 71 82

nach oben     Impressionen vom Sommerfest

Bei strahlendem Sommerwetter haben wir am 4. Juli unser diesjähriges Sommerfest gefeiert. Es war ein schönes, fröhliches, entspanntes Fest. Kaffee und Kuchen, Spiele und Orgelführungen, Singen, Grillen, Cocktails und Kasperletheater – für Jeden war etwas dabei. Ein herzliches Dankeschön an alle, die sich an der Gestaltung dieses Festes beteiligt haben.

Fotos: C.Meise

nach oben     Mehr Lesen und Verstehen

Katholisch? Never! Evangelisch? Never!

Das Buch ist ein Dialog der beiden christlichen Konfessionen, von vorn und von hinten zu lesen. Die vordere Umschlagseite titelt „Warum Katholiken überflüssig und Evangelische die besseren Christen sind“, - die hintere Umschlagseite titelt umgekehrt „Warum Evangelische überflüssig und Katholiken die besseren Christen sind“.

Ein evangelischer und ein katholischer Journalist beschreiben jeweils Stolz und Leid ihrer Konfession auf 96 Seiten, amüsant und sachkundig.

Der evangelische Autor beginnt – na klar - mit den Schwächen des Katholizismus. Er beschreibt dessen Tendenz zu Werkgerechtigkeit und Kleinglauben, zitiert das Ablassdenken aus dem geltenden Kirchenrecht und die Vorstellung, die römisch-katholische Kirche sei Hort von Wahrheit und Rechtgläubigkeit, sie sei „die“ Kirche. Die Evangelischen haben überzeugende Gegenargumente gegen die Irrtümer, die durch die Reformation im 16. Jahrhundert aufgedeckt worden sind. Die um des Konfessionsfriedens willen gelegentlich kleingeschriebenen Unterschiede der Konfessionen werden wohltuend klar dargelegt. Aber dann muss der evangelische Autor feststellen, wo es den Evangelischen mangelt: Der Basis fehlt es an Grundwissen über den eigenen Glauben und festen Überzeugungen, Mut und Kraft. Vertreibt gelegentliche rationalistische Engstirnigkeit nicht manchmal den Glauben und die Hingabe an den Mitmenschen? Und herrscht nicht der fast reformatorische Heilige Geist der Subversion heute eher in der katholischen Kirche? Am Ende des evangelischen Teils heißt es also: Die Zukunft gehört der Ökumene.

Und wenn man den katholischen Teil des Buchs aufschlägt?

Der katholische Autor beginnt – na klar - mit den Schwächen des Protestantismus. Er stellt die katholische Fröhlichkeit in Glaubensdingen gegenüber der Düsternis und langweiligen Sachlichkeit im Protestantismus. Die Schrift gegen die Tradition der Kirche auszuspielen, wie es Evangelische gern tun, wirkt doch gelegentlich etwas seltsam angesichts der Tatsache, dass die Kirche sich die Bibel aus den in den ersten Jahrhunderten kursierenden Schriften herausgesucht hat. Die Bibel ist insofern das Werk der Kirche. Im Protestantismus gebe es wenig Sinn für Spiritualität, auch in anderen Religionen. Liturgie werde leicht zur protestantischen Lehrveranstaltung – wenig erbaulich. Evangelische zeigten oft erschreckende Loyalität zu Staat und Arbeit, und es mangele an Identifikation.

Aber nicht alles im eigenen Lager ist Gold, was glänzt, stellt der Katholik fest, und führt selbstkritisch Pluspunkte des Protestantismus an. Am Ende des katholischen Teils heißt es also: Die Zukunft gehört der Ökumene.

Fazit: Die Katholiken sind evangelischer, die Evangelischen katholischer geworden. Und im Himmel wird es vor Gott ohnehin keine Konfessionen mehr geben.

Uwe Birnstein, Georg Schwikart, Katholisch? Never! Evangelisch? Never!
Pattloch Verlag, München 2010, 192 Seiten, 12,95 €

Klaus J. Henning

nach oben     50 Jahre Schuke-Orgel

Ein Fest für unsere Orgel

Kantor Küsgen vor der OrgelAm Sonntag Jubilate vor 50 Jahren wurde unsere Orgel eingeweiht. Gebaut wurde sie mit 23 klingenden Registern auf 2 Manualen und Pedal von der Zehlendorfer Orgelbau-Firma Schuke. In den letzten Wochen konnte zu den Gottesdiensten nur ein kleiner Teil der Orgelpfeifen erklingen: Im Rahmen einer fälligen Generalüberholung wurde die Orgel auseinander genommen, gründlich gereinigt, Dichtungen und mechanische Teile erneuert. Das Ergebnis dieser umfangreichen Arbeit kann sich hören lassen: Ein sanfter, warmer, klarer Klang – so wie die Orgel sein soll. Kantor Johann Wolfgang Küsgen ist begeistert und mit der Arbeit der Zehlendorfer Orgelbauer sehr zufrieden.

Anfang Juli haben wir die Wiedereinweihung und den 50. Geburtstag dieses schönen Instrumentes mit einem fröhlichen Familiengottesdienst und einer festlichen Orgelvesper gefeiert. Ganz ausdrücklich möchten wir uns bei Herrn Kantor Küsgen bedanken: Seit mehr als vierzig Jahren kümmert er sich liebevoll und sorgfältig um die Orgel. So dient der schöne Klang zum Lobe Gottes und zur Erbauung der Gemeinde.Aufgrund der guten, regelmäßigen Pflege der Orgel kostete die Generalüberholung „nur“ 20.000€. Wir konnten die Rechnung noch nicht vollständig bezahlen und brauchen hierfür dringend Ihre Unterstützung.

Jörg Zabka

nach oben     Konfirmation

Konfirmation 2. Mai 2010Am 2. Mai 2010 wurden in unserer Kirche zwölf junge Menschen konfirmiert, die sich in den 1 ½ Jahren ihres Konfirmandenunterrichtes ernsthaft mit dem Glauben auseinandergesetzt haben. Wir wünschen ihnen, dass sie diesen auch in der Zukunft nicht aus den Augen verlieren und dass sie einen Platz in unserm Gemeindeleben finden werden. Gottes Segen für ihr Leben!

nach oben     Orgelrestaurierung

Orgel von vornNach mehrwöchigen Arbeiten an der Orgel soll Anfang Juli ihre Restaurierung abgeschlossen. Lassen Sie sich von ihrem Klang bei Orgelvespern, Konzerten oder im Gottesdienst begeistern.

 

nach oben     Tanz in den Mai

Beschwingt wurde in der Nacht vom 30. April in bekanntem Rahmen mit vielen Gästen in den Mai gefeiert.

Tanz um den Maibaum

Vielen Dank allen Organisatoren und Helfern!

nach oben     Friedhelm

Frieda&FriedhelmWer die Handpuppe Friedhelm schon einmal in einer durch seine Fragen und Kümmernisse belebten Dialogpredigt erlebt hat weiß, dass sein Erscheinen immer ein besonderes Erlebnis nicht nur für die Kinder ist. Im Familiengottesdienst am 25. April lernte Friedhelm nun eine neue Freundin, die Frieda, kennen.

Wir dürfen gespannt sein, wie uns die beiden weiterhin Glaube und Gemeindeleben erklären.

nach oben     Mehr Lesen und Verstehen

Meister Eckhart - Philosoph des Christentums

Wer sich ein wenig auskennt mit philosophischen Erörterungen, dem ist ein soeben erschienenes Buch über Meister Eckhart (1260 – 1328) zu empfehlen. Es führt in das Denken des großen deutschen Theologen und Philosophen ein, stellt sein Werk vor und verfolgt die Biografie des „Meisters“.

In seiner Volksnähe – trotz höchster akademischer Weihen – und seiner verstandesgestützten Bemühung um Unabhängigkeit und Aufklärung menschlichen Denkens ist er ein früher Vorläufer Martin Luthers.

Das 13. Jahrhundert hatte in Deutschland Bildung für breitere Volksschichten gebracht. Intelligente Dominikanermönche, Bürgerinnen und Bürger in Erfurt, Köln oder Straßburg saßen staunenden Auges, um Eckharts Predigten – in deutscher Sprache, ein Novum – zu hören, sie abzuschreiben und weiterzugeben.

Eckhart war in seinen letzte beiden Lebensjahren verwickelt in einen kirchlichen Inquisitionsprozess. Schließlich wurden ca. 20 Sätze seiner Veröffentlichungen vom Papst als „Teufelssaat“ verdammt.

Was macht das Besondere seines Werkes aus? Eckhart will, so legt das neue Buch dar, die Wahrheit des Christentums als reine Vernunftinhalte formulieren, die für jeden Menschen nachvollziehbar sind. Die se Wahrheit soll mit Argumenten nach dem Wissen seiner Zeit für Nichtchristen vermittelbar sein. Eckhart lebt in einer Zeit, in der antike Philosophen wie Aristoteles und Plato sowie modernes arabisches Denken aus dem Mittelmeerraum das gebildete Abendland beeinflussen.

Also tritt Eckhart für eine philosophische Theologie ohne kirchliche Dogmen ein, um die christliche Lehre argumentierend zu beweisen.

Der Versuch war geeignet, das Selbstverständnis des mittelalterlichen Menschen zu verändern, unterlag aber der Gefahr der Missverständnisse. Eckhart sagt z.B., Gott werde nicht nur in der Weihnachtsnacht im Stall, sondern täglich in der Seele des Menschen geboren, und das habe zur Voraussetzung, dass der Mensch Gott gleichsam Raum in der Seele schafft und Gelassenheit übt. Solchen Überlegungen haben ihn als „Mystiker“ erscheinen lassen – nach Ansicht von Kurt Flach ein grober Fehler. Eckhart predige Vernunft, Gelassenheit und Selbstaufgabe aus Weisheit, nicht mystische Verzückung.

Was hat die kirchlichen „Wahrheitsverwalter“ an der Lehre Eckharts gestört? Zum Beispiel dies: Eckhart leugnet die Trinität als drei unterscheidbare Personen, Gott sei eins. Gott sei unser Lohn und Freund, nicht unser Herr. Eckhart verwirft das Bittgebet um Dinge. Er predigt die Einheit Gottes mit dem Menschen. Gott wolle keine Zwischeninstanzen und Mittler. Da kann der Papst nicht zustimmen.

Kurt Flach, Meister Eckhart
- Philosoph des Christentums,
C.H.Beck Verlag, München, 2010,
365 Seiten, 24,50 €

Klaus J. Henning

nach oben     Nachlese zum 2. Ökumenischen Kirchentag

DAMIT IHR HOFFNUNG HABT ...„Wetterfest“ sei die Ökumene hieß es offiziell am Ende des 2. Ökumenischen Kirchentages. Gern applaudierten die vielen Menschen, die sich zum Abschlussgottesdienst aufgemacht hatten und in Nieselregen und Kälte ausharrten. Durchschnittlich 8 Grad Wettertemperatur waren es die fünf Tage über in München gewesen und nicht wenige ÖKT-Besucher fuhren mit einer leichten Erkältung heim. 133.000 Dauerkartenbesitzer und gut 33.000 Tageskartenbesitzer kamen zusammen, um gemeinsam zu diskutieren, sich zu informieren, gemeinsam zu singen und zu beten. Doch war der 2. Ökumenische Kirchentag anders als der erste. Die euphorische Stimmung von Berlin war verschwunden. Sicher wurde in den großen Hallen und auf den Plätzen auch tüchtig gerockt, mitgeklatscht und gefeiert, aber es schien als läge ein dunkle Wolke über dem Kirchentag.

Da war zum einen das große Thema Missbrauch. Erst in dem direkten Kontakt zu den vielen Katholiken wurde mir selbst bewusst, wie sehr die katholische Basis zurzeit an ihrer Kirchenleitung leidet. Und die katholischen Bischöfe auf den Podien erweckten auch nicht den Eindruck, als hätten sie verstanden, dass die vielen Missbrauchsfälle eben nicht nur die Verfehlungen Einzelner sind, sondern auch durch die Struktur der Katholischen Kirche mit verursacht wurden. Zum anderen zeigte sich der Stillstand in der Frage des gemeinsamen Abendmahles. Auch hier kam von offizieller katholischer Seite kein Signal, dass dieses in näherer Zukunft Wirklichkeit werden könnte.

„Wetterfest“ so scheint mir, ist die Ökumene deshalb vor allem an der Basis. Dort, wo Evangelische und Katholische wie selbstverständlich miteinander arbeiten und auch im Stillen wie selbstverständlich gemeinsam zum Abendmahl gehen.

Bejubelter Star des Kirchentages war hingegen Margot Käßmann. In ihren Vorträgen und ihren Auftritten machte sie deutlich, dass sie nichts von ihrer Kämpfernatur verloren hat. So erneuerte sie ihre Kritik an dem Bundeswehreinsatz in Afghanistan und ließ es sich auch nicht nehmen, ausgerechnet im gut katholischen Münchner Dom die Pille als ein Geschenk Gottes zu bezeichnen.

Ich selbst nehme vom 2. Ökumenischen Kirchentag vor allem die Erlebnisse wunderbarer Gottesdienste mit: eine eindrückliche Thomasmesse, ein wunderbarer Jazz- Gottesdienst mit Big Band, ein nachdenklicher Film-Gottesdienst und ein energiegeladener Techno-Gottesdienst haben mir große Lust gemacht, einiges davon auch mal bei uns zu versuchen.

Anja Siebert

nach oben     Mehr Lesen und Verstehen

Der Sündenfall – ein Glücksfall?

Welche Christen haben und nutzen schon die Gelegenheit, sich mit einem Juden über die Geschichten „seiner“ Bibel auszutauschen, die ja auch ein Teil „unserer“ Bibel ist? Schade eigentlich.

Das Taschenbuch „Der Sündenfall – ein Glücksfall?“ eines jüdischen Journalisten aus Jerusalem zeigt, dass beide Seiten vom gleichen Thema sprechen, und die Perspektive ist auch gar nicht so unterschiedlich. Der Autor hatte sich über theologische Kapriolen traditioneller Auslegung der Heiligen Schrift geärgert und dann in seiner Zeitung eine weltliche Kolumne mit dem Motto „Die Bibel heute“ eingerichtet, mit viel Erfolg. Bibelauslegung als Lesevergnügen. 23 dieser Zeitungskommentare, die biblische Geschichten nacherzählen, sind in dem Buch abgedruckt. In deutschen Zeitungen sucht man Vergleichbares vergebens.

Um was geht es in den Geschichten?
Um Vetternwirtschaft und Korruption,
Mafiamethoden und Profilneurosen,
Liebesgeschichten und Politik,
Heldentum und PR,
Mord und Totschlag.
– All die Themen aus den Frontseiten und Klatschspalten unserer Zeitungen kommen auch im Alten Testament vor. Und der Autor benennt sie mit heutigem Wortschatz und bereitet sie nachdenklicher und humorvoller auf als manche Predigt. Predigten in unserer Gemeinde ausgenommen.

Der Sündenfall – ein Glücksfall?, Meir
Shalev, Diogenes Verlag, Zürich, 1999,
350 Seiten, 10,90 €

Klaus J. Henning

nach oben     Sturm in der Martin-Luther-Kirche

Sturm in der Martin-Luther-KircheAm 31. Januar gab es in der Martin-Luther-Kirche während des Gottesdienstes einen heftigen Orkan, der das Fischerboot, in dem Petrus, Johannes u.a. Männer waren, fast zum Kentern brachte. Die hohen Wellen tobten im Altarraum. Gott sei Dank, war aber auch Jesus an Bord, der seinen Männern Mut und Zu-versicht gab und den Sturm zum Erliegen brachte. Unsere Lehre daraus: „sei getrost, Gott ist bei dir!“

nach oben     Konfirmandenprüfung

Am 28.Februar haben die Konfirmandinnen und Konfirmanden den Gottesdienst vorbereitet und gestaltet. Thema waren die 10 Gebote. In den Gebeten und Liedern und in der eigenen Predigt wurde deutlich, dass wir Menschen Gottes Gebote einhalten sollen, weil Gott fürsorglich ist und die Gebote uns aus Liebe gibt. Die Gottesdienst-Gemeinde hat mit fröhlicher Dankbarkeit auf diese gelungene Konfirmandenprüfung reagiert.

nach oben     Weltgebetstag aus Kamerun

Weltgebetstag 2010Am 5. März wurde in der Martin-Luther-Kirche gemeinsam mit der Gemeinde St. Annen der Weltgebetstagsgottesdienst gefeiert Vorbereitet von einer Arbeitsgruppe mit Frauen aus St. Annen und Martin-Luther, unterstützt vom ökumenischen Musikkreis, der uns die Lieder und Rhythmen dieses afrikanischen Landes nahe brachte, hörten wir Vieles aus diesem Land, was uns nachdenklich machte. Aber bei allen Problemen, von denen die Frauen aus Kamerun erzählten, konnten wir doch eines von ihnen lernen: „Alles, was Atem hat, lobe Gott“, denn dieses Loben, auch in schweren Zeiten, gibt Kraft in jeder Situation.

nach oben     Passionsandachten

Die Passionsandachten in den sieben Wochen vor Ostern haben wir in diesem Jahr zum ersten Mal in ökumenischer Verbundenheit mit der St. Annen- und der Paulus-Gemeinde gestaltet. Mehr als zwei Dutzend Menschen kamen in unsere Kirchen und sangen, hörten, beteten gemeinsam. Für einige war es ein guter Anlass, mal eine der Nachbargemeinden zu besuchen. Ein Höhepunkt war ein Abend der Begegnung, an dem wir gemeinsam gegessen und geredet haben. Die einhellige Meinung: Nächstes Jahr machen wir die Passionsandachten wieder gemeinsam.

nach oben     Überholung der Orgel

Unsere Orgel ist in die Jahre gekommen und muss gründlich überholt werden. Diese Arbeit wird von der Firma Schuke getan werden und wird die Gemeinde voraussichtlich 19.900,- € kosten. Um dieses Geld aufbringen zu können, wird in der nächsten Zeit sicher häufiger zu einer Kollekte für die Kirchenmusik gebeten. Ebenso sind zusätzliche Spenden für dieses Vorhaben sehr willkommen.

nach oben     Der Kindergottesdienst macht Pause

In der Zeit zwischen Ostern und dem Schuljahrsbeginn nach den Sommerferien macht der Kindergottesdienst Pause. Es werden aber weiterhin monatlich Familiengottesdienste gefeiert. Kinder sind im Gottesdienst immer herzlich willkommen. Für sie liegt ein Angebot zur Beschäftigung bereit, damit sie sich nicht langweilen.

nach oben     Pflegestützpunkte

Die Pflegestützpunkte in Berlin sind wohnortnahe Anlaufstellen, die hilfe- und pflegebedürftige Menschen und deren Angehörige umfassend und unabhängig zu allen Fragen rund um die Pflege, Rehabilitation, Wohnformen, soziale Teilhabe u.v.m. kostenlos informieren und beraten. Sie klären über entsprechende Leistungen der Pflege- und der Krankenkassen und zu Sozialleistungen des Staates auf und geben einen Überblick über sämtliche Hilfsangebote.

Die Darüber hinaus koordinieren die Stützpunkte die für die Versorgung und Betreuung im Einzelfall in Frage kommenden Angebote und unterstützen die Betroffenen bei deren Inanspruchnahme.

Schließlich werden die regionalen und überregionalen pflegerischen und sozialen Versorgungs- und Betreuungsangebote aufeinander abgestimmt und vernetzt, um auf diese Weise den Bürgerinnen und Bürgern möglichst das gesamte Angebot an Hilfeleistungen aufzuzeigen und zur Verfügung stellen zu können.

Pflegeberaterinnen der Pflege- und Krankenkassen bieten in den Sprechstunden, telefonisch und im Hausbesuch Pflegeberatung an und erstellen bei Bedarf gemeinsam einen Versorgungsplan.

Zusammen mit dem Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf werden Broschüren mit ausführlichen Informationen über alle Pflegeeinrichtungen und alle Seniorenwohnanlagen im Bezirk herausgegeben.

Alle bezirklichen und überbezirklichen Hilfsangebote sind in der umfassenden Datenbank www.hilfelotse-berlin.de enthalten.

Pflegestützpunkt Johanna-Stegen-Straße 8, 12167 Berlin
Geschäftsführender Träger: Land Berlin,
die Aufgabenwahrnehmung für das Land Berlin erfolgt durch:
Diakonisches Werk Steglitz und Teltow-Zehlendorf e.V.
Tel.: (030) 76 90 26 00 und (030) 76 90 26 01
koordinierungsstelle@dwstz.de
www.dwstz.de

nach oben     Schulpraktikum

Timothy GanskowMein Name ist Timothy Ganskow. Ich gehe auf die Goethe- Oberschule und bin 14 Jahre alt. Ich bin Praktikant bei Pfarrer Zabka in der Martin- Luther-Gemeinde. Das Praktikum dauert insgesamt 3 Wochen. Ich habe mir das Schulpraktikum in der Gemeinde ausgesucht, da ich sehr religiös bin und immer in die Gemeinde gehe. Außerdem wollte ich kein langweiliges Schulpraktikum machen, wo man nichts lernt.

Meist gehe ich mit Pfarrer Zabka mit, aber da ich nicht überall dabei sein kann, helfe ich auch in der Matthäus-Gemeinde und in der Patmos-Gemeinde aus. In der Matthäus- Gemeinde habe ich z.B. beim Obdachlosen- Café und bei „Laib und Seele" mitgeholfen. Ich habe bei der Planung und bei der Ausführung des Konfirmandentages mithelfen dürfen, welcher von den drei Partner-Gemeinden organisiert wurde und in der Patmos-Gemeinde stattfand. Außerdem nehme ich auch am normalen Konfirmandenunterricht teil. Die Arbeit in der Gemeinde macht mir persönlich sehr viel Spaß und ich habe sehr viele positive Dinge über die Arbeit als Pfarrer und auch sehr viele sehr nette Personen kennen gelernt. Aber ich habe auch gelernt, dass der Beruf „Pfarrer“ sehr anstrengend sein kann. Es gibt zum Beispiel keine festen Arbeitszeiten (was andererseits manchmal auch ganz schön ist) und der Pfarrer muss sich um alles im Gemeindehaus und in der Gemeinde persönlich kümmern.

Es war bis jetzt eine sehr schöne Zeit in der Martin-Luther-Gemeinde und ich habe viele Erfahrungen während dieser Zeit gesammelt.

Ich bin Pfarrer Zabka sehr dankbar, dass er mir die Chance zu diesem Schulpraktikum gegeben hat.

Timothy Ganskow

nach oben     Mehr Lesen und Verstehen

Mit christlichen Medien durch das Jahr?

Zum Jahresanfang taucht die Frage auf: Woran hält man sich den Rest des Jahres? Gibt es Medien, die einem bewusstes Leben und Erleben erleichtern, abgesehen von der Bibel?

Wenn man von christlicher Lektüre spricht, denkt man zuerst an peinliche Traktate zu irgendwelchen Themen mit Bibelbezug, die von rührend gutmeinenden Menschen geschrieben worden sind: Gut gemeint ist nicht gleich gut gemacht und hilfreich.

Mehr lesen heißt also auch bei christlichen Medien nicht automatisch – mehr verstehen. Wir sind keine Informationsstaubsauger.

Die Informationsflut droht den modernen Menschen wie ein Tsunami zu überspülen. Täglich 20 Mails im Büro sind normal, und man muss sie ja nicht nur lesen, sondern auch beantworten. Zu Hause hat man neben privaten Mails noch andere Quellen, die gelesen und wahrgenommen werden wollen: Internet, Zeitungen, Zeitschriften, Radio, Fernsehen, Telefon usw. Von der Kommunikation mit Menschen, die leibhaftig vor einem sitzen, ganz zu schweigen.

Daher geht der Trend weg von „Multitasking“ und Vielleserei, hin zum Weglassen unwesentlicher Informationen. Dieses Konzept verlangt neue Überlegungen, neue Konzentration und Konsequenz. Was kann helfen, regelmäßig zur Besinnung zu kommen?

Wer sich diese Frage stellt und beantwortet, hat schon fast gewonnen. Denn egal wie die Antwort individuell ausfällt – wer für sich Leitplanken und Leuchttürme des Informationsverhaltens aufstellt und sich daran hält, strukturiert und verbessert seine Aufnahme und Verarbeitung von Informationen.

Es gibt gedruckte Medien, von denen man sich in diesem Sinn durchs Jahr begleiten lassen kann. „Chrismon“, die 14-täglich erscheinende Zeitschrift der Evangelischen Kirche Deutschlands, ist ein Beispiel. Sie ist den Sonntagsausgaben führender Tageszeitungen beigelegt. Oder die täglichen Losungen im Büchlein „Losungen 2010“, die abends oder morgens zu einer kurzen Meditation anleiten. Auch den „Fastenkalender 2010“ kann man nutzen, um zumindest ein Mal am Tag zu sich selbst zu kommen. Die Fastenzeit beginnt am 17. Februar 2010.

Aber natürlich folgen nicht kluge Einsicht, Kraft und Gelassenheit der Lektüre automatisch auf dem Fuß. Die Struktur des Tages, des Jahres, des Lebens hängt davon ab, welche Fragen man sich stellt, welche Antworten man sich gibt, und ob man die Kraft hat, nach der besten Einsicht zu handeln. Manche Medien helfen dabei öfter, manche seltener.

Chrismon (kostenlose Zeitungsbeilage, 14-täglich)
Losungen der Herrnhuter Brüdergemeinde 2010 (2,90€)
Fastenkalender 2010 (10,90€ oder 2,90€)

Klaus J. Henning

nach oben     Bücherbasar

Viel Arbeit steckte auch in der Vorbereitung und Durchführung des Bücherbasars am 3. Advent. Literatur und Musik für jeden Geschmack und zu erschwinglichen Preisen war zu finden. Aus dem Gesamterlös von 341,50 € erhielt das Obdachlosenkaffee „Kaputt“ 51,50 € und „Die Tulpen“, unsere Tischtennisgruppe für Jugendliche, einen Reisezuschuss von 290 € zum Besuch des Landesjugendcamps in Hirschluch im kommenden Sommer.

nach oben     Adventsbasar

Adventsbasar 2009Mit viel Engagement hatten die verschiedenen Gruppen auch diesmal wieder den Adventsbasar vorbereitet, der am 28. November stimmungsvoll die Adventszeit in unserer Gemeinde einleitete. Der Erlös von 1.240 € war hauptsächlich für die Arbeit in unserer Gemeinde bestimmt.

nach oben     Statistik

Im Jahr 2009 wurden die Gottesdienste in der Martin-Luther-Kirche von 5.495 Personen besucht. Zum Abendmahl gingen 342 Männer und 407 Frauen. Zu den Gottesdiensten am Heiligen Abend kamen insgesamt 1200 Besucher. Unsere diesjährige Spendenaktion für Brot für die Welt, beginnend mit dem Erntedankfest – Erlöse aus dem Adventsbasar – Einzelspenden und den Kollekten vom Heiligen Abend ergab 3.901,16 €uro.

nach oben     Besondere Gottesdienste
„…aber die Liebe ist die Größte unter ihnen…“

Dieser Vers steht über unserem Gottesdienst am 14. Februar. Der „Valentinstag“ soll uns ein Anlass sein, über die Liebe nachzudenken. Dieser Gottesdienst ist nicht nur für Verliebte.

Der Familien-Gottesdienst am 28. Februar wird von den Konfirmanden gestaltet. In diesem Gottesdienst werden sie zeigen, dass sie sich in anderthalb Jahren Unterricht intensiv mit dem Glauben beschäftigt haben.

Ökumenischen Passionsandachten:
Jeweils Mittwoch 18.30 Uhr