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RSSPrint

Andacht zum Monat Mai

Dient einander als gute Verwalter der vielfältigen Gnade Gottes, jeder mit der Gabe, die er empfangen hat!

1. Petrusbrief 4,10

MONATSSPRUCH für den MAI

Vor wenigen Wochen war die Welt noch in Ordnung. Jedenfalls schien es den meisten von uns so. Von einer ansteckenden Krankheit hatten wir gehört – es war weit weg und wir vertrauten auf den wissenschaftlichen Fortschritt. Die Bilder aus den Krisengebieten der Erde haben wir kaum registriert – es war weit weg. Die Nachrichten von Hunger lasen wir – es war weit weg und wir vertrauten auf unsere schier unerschöpflichen Supermärkte. Wir fühlten uns sicher, vertrauten ganz auf unsere menschlichen Möglichkeiten.

Und nun greift die Angst nach uns. Im März überschlugen sich die Ereignisse und das ganze Leben veränderte sich innerhalb weniger Tage. Die Menschen kauften Toilettenpapier, Nudeln und Konserven. Kontakte wurden immer weniger. Sogar die Gottesdienste müssen ausfallen.

Was wird im Mai sein, für den dieser Spruch aus dem ersten Petrusbrief eine Überschrift sein soll?

Da ist von Gottes vielfältiger Gnade die Rede. Sie steht wirklich als Überschrift über unserem Leben. Auch wenn wir nicht alles verstehen, auch wenn wir auf steinigen Wegen und durch dunkle Täler gehen. Gottes Gnade hat uns in das Leben gerufen. Gottes Gnade verspricht uns, dass er mit uns geht.

Da ist von Gaben die Rede, die wir erhalten haben. Ganz unterschiedlich sind sie. Manche von uns kennen sich mit Medizin aus. Manche können mit ihrer Lebenserfahrung andere ermutigen. Manche kennen sich mit Wasser- und Stromversorgung aus oder können Brot backen. Manchen ist große Zuversicht geschenkt. Manche können für andere beten. Und wieder andere trauen sich, von ihren Ängsten zu reden – und lassen andere dadurch Solidarität erfahren.

So unterschiedliche Gaben und Begabungen, die wir bereits haben. Vielleicht entdecken wir sie in diesen Zeiten ganz neu. Und vielleicht verschieben sich die Wahrnehmungen und Wertungen. Was ist wirklich wichtig? Welche Begabungen zählen? Vieles, was uns noch vor wenigen Wochen wichtig war, ist nun völlig unwichtig geworden. Nun aber zählt, wenn ein Herz voller Liebe ist, wenn Menschen zusammenhalten, wenn jemand Hoffnung hat – und diese weitergibt.

Herzliche Grüße aus Ihrer Gemeinde

Ihr Pfarrer Jörg Zabka